Die Witz-CO2-Aktion von Shell

Die Witz-CO2-Aktion von Shell

Beim Tanken an der Shell fragte mich der Kassierer nun ganz formal: „Möchten Sie am CO2-Ausgleich teilnehmen?“ Äh, wie bitte? Als er mir erklärte, worum es genau ging, fiel mir fast die Coronamaske aus dem Gesicht.

Denn Shell fährt aktuell eine Direktmarketingaktion, bei der sich die Tankstellenbetreiber als Umweltengel darstellen und so für Klimaschutzprojekte engagieren sollen.

Und das funktioniert so:

1. Sie tanken an einer Shell.

2. Sie sagen an der Kasse „Ja“ zum Shell-CO2-Ausgleich.

3. Shell erklärt es so: „Ihr Beitrag in Höhe von 1,1 Cent pro Liter wird automatisch auf Ihrer Tankquittung ausgewiesen und fließt nach Abzug der Umsatzsteuer vollständig in die von Shell unterstützten Klimaschutzprojekte.“

Davon sollen dann zum Beispiel neue Bäume gepflanzt werden. Ausführlich erklärt wird das Ganze auch online unter shell.de/autofahrer/shell-kraftstoffe/co2-ausgleich.

Meine Meinung:

Es ist super, wenn sich Unternehmen in der heutigen Zeit für den Klimaschutz engagieren. Es ist wertvoll und unumgänglich, dass jede Firma einen Beitrag leistet.

Aber warum sollen bei Shell die Kunden dafür zahlen? Zur Info: Die internationale „Royal Dutch Shell“ machte 2019 einen Jahresumsatz in Höhe von 344,9 Milliarden US-Dollar. Die deutsche Shell lag 2019 bei einem Umsatz von 19,5 Milliarden Euro.

Shell bietet aktuell einen CO2-Ausgleich an.
Shell bietet aktuell einen CO2-Ausgleich an.

Leute, bei diesen Zahlen und Möglichkeiten im Rücken könntet Ihr – wenn Ihr den Umweltschutz so dringlich ernst nehmt – innerhalb kürzester Zeit zu einem der Top-Global-Player in Klimaangelegenheiten aufsteigen.

Und zwar direkt und ohne, dem Kunden dafür an der Tankstelle 1,1 Cent pro Liter abzuzapfen. Mit dem Set-up, den gesamten Vorkosten dieser Marketingaktion und der umfangreichen Werbekampagne für den „Ausgleich“, da hätte man womöglich schon mehrere Wälder neu bepflanzen können.

Klimaschutz muss sein. Das Shell-Ding ist aus meiner Sicht allerdings eine Witz-CO2-Aktion, weil das Unternehmen mit direkten Zahlungen an Klimaprojekte sehr viel mehr erreichen könnte, wenn es unbedingt gewollt wäre. Totaler Fail…

Shell selbst arbeitet laut Medienberichten übrigens intensiv an einer Reduzierung des eigenen CO2-Abdrucks.

© Fotos: Marc Rentschler (1), Justus Menke (1), Unsplash

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