Revolut: Würden Sie einer untergetauchten Bank Ihr Geld anvertrauen?

Revolut: Würden Sie einer untergetauchten Bank Ihr Geld anvertrauen?

So 2016 hatte ich mich bei Revolut für einen virtuellen Account für Online-Zahlungen registriert, den ich allerdings nie benutzte. Die Oberfläche und die Aufmachung kamen mir damals unseriös vor.

So geriet die von vielen Medien als revolutionär gefeierte Banking-App für mich in Vergessenheit. Kürzlich erhielt ich nun einen Newsletter, der „Kunden“ über Updates informierte. Anscheinend auch über Jahre vergessene Registrierte wie mich.

Hm, dachte ich, dann lösche ich den Account doch schnell wieder. Auf der Website revolut.com ist das nicht möglich. Also musste ich mir die App runterladen und (obwohl ja „Kunde“) einen Registrierungsprozess durchlaufen.

Nun konnte ich endlich mit dem Kundenservice in Kontakt treten. Dachte ich. Nicht am Telefon oder per direkter E-Mail mit Ansprechpartner*in, wie man es sich bei einem modernen Zahlungsdienstleister vorstellt, sondern mit sogenannten In-App-Chats.

Dort antworten allerdings nur Bots, die mit Fake-Vornamen vorgefertigte Standard-Antworten verschicken. Es war mir also nicht möglich, den Account bei Revolut zu kündigen. Also fing ich an zu googeln – und was ich dann fand, das ist mehr als absolut er- sowie abschreckend!

Revolut: Würden Sie einer untergetauchten Bank Ihr Geld anvertrauen?
Revolut: Würden Sie einer untergetauchten Bank Ihr Geld anvertrauen?

Da gibt es zum Beispiel eine Frau, deren 20.000,- Euro an Guthaben einfach eingefroren wurden. Graf & Partner Rechtsanwälte aus München haben den Fall der Dame in ihrem Beitrag vom 26. Juni 2020 hervorragend ausgeführt.

Ein Einzelfall? Wohl kaum, wie hunderte aktuelle Kommentare zu gesperrten Konten bei Trustpilot zeigen. Ich frage mich, wie so ein Modell von Revolut in der heutigen Zeit – trotz aller Aufsichtsbehörden – überhaupt noch möglich ist?

Der Nutzer namens Eckart A. schreibt zum Beispiel am heutigen Tag voller Verzweiflung bei Trustpilot: „Was ist los? Macht die Firma bald den Laden zu?“ Auch ein Schweizer versucht verbittert, an sein Geld zu kommen, wie Inside Paradeplatz aus Zürich vor wenigen Tagen berichtete.

Ein Ltd. mit einem Stammkapital von 4,- (!) Britischen Pfund und 22 (!) Geschäftsführern (Quelle: Graf & Partner) macht ohne gültiges Impressum eindeutige Bankgeschäfte, setzt monatlich hunderte Millionen um und sperrt willkürlich das Geld von Nutzern.

Und mit Kündigungen oder anderen Anliegen kann Revolut nicht persönlich erreicht werden. Ein Wahnsinn. Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis Revolut in den Mainstream-Medien als nächste Bankenbombe hochgeht.

Die Kollegen in den Redaktionen müssten nur zu den unzähligen, willkürlich gesperrten Konten recherchieren. Oder würden Sie etwa einer untergetauchten Bank Ihr Geld anvertrauen…?

© Fotos: ddpimages.com

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