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Meditection aus Köln – miese Newsletter-Masche

Meditection aus Köln - miese Newsletter-Masche

Etliche Firmen versuchen, sich an der Coronakrise zu bereichern und Umsätze zu generieren. Wenn das Produkt und das Angebot stimmen, ist dagegen ja auch gar nichts einzuwenden.

Erlebt haben wir allerdings schon einige Skandale, wie zum Beispiel geldgeile Politiker, die Provisionen für die Vermittlung von medizinischen Gütern abkassierten. Und das ist wohl nur die öffentlich bekannte Spitze des Eisberges.

Nun habe ich am eigenen Leib eine gierige sowie raffende Abzockfirma kennengelernt. Die Meditection UG aus Köln spammte mich gestern mit einer „Testangebotspflicht in Unternehmen“ zu.

Und wenn diese E-Mail nur an eine Adresse gegangen wäre, hätte ich sie einfach gelöscht und es sofort abgehakt. Aber die Spam-Mail – ein Newsletter von Meditection mit allerlei krassen Formulierungen – ging bei allen fünf (!) E-Mail-Adressen von mir ein.

Da frage ich mich schon, wo die Kölner Spammer (hier ist das Impressum mit den Geschäftsführern um Nina Lungerich und Patrick Lungerich) die Adressen kopiert, gekauft oder entwendet haben, um auf ihren Online-Shop zu verweisen.

An einem rechtlich sicheren Double-Opt-In-Verfahren für diesen schäbigen Verkaufsnewsletter habe ich persönlich nämlich niemals teilgenommen.

Die Formulierungen sind inhaltlich erschütternd und zielen darauf ab, bei Empfänger*innen sofort Ängste freizusetzen. Es ist einfach vollkommen ekelhaft, damit Geld verdienen zu wollen.

Meditection aus Köln - miese Newsletter-Masche

Auch Zitate des Berliner Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik werden verwendet. Diese Entscheider*innen freuen sich ganz sicher, in dem Verkaufsspam zitiert zu werden.

Der aktuelle Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, wird sogar namentlich genannt, quasi als Verkaufsargument.

Beispiele aus dem Meditection-Newsletter:

1. Betreffzeile: Testangebotspflicht in Unternehmen ab HEUTE.

2. Unternehmen müssen ab Dienstag ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten, wenn sie nicht im Home-Office arbeiten. Das hat das Bundeskabinett vergangene Woche beschlossen.

3. Damit könnten größere, betriebsgefährdende Ausbrüche und die damit verbundenen Kosten vermieden werden.

4. „Die zuständigen Arbeitsschutzbehörden können die Einhaltung aller Anforderungen der Verordnung im Einzelfall durch behördliche Anordnungen durchsetzen,“ teilte das Arbeitsministerium von Hubertus Heil mit. Verstöße könnten „mit einem Bußgeld von bis zu einer Höhe von 30.000,- Euro“ geahndet werden.

Und darunter werden dann munter die Produkte zur Corona-Pandemie – vom Laientest über Einweghandschuhe bis hin zu Schutzmasken – aufgelistet.

Ich kann abschließend nur eines sagen: Wer inhaltlich so Geschäfte machen will und Leute ungefragt zuspammt, der bewegt sich rechtlich auf sehr dünnem Eis – und hat moralisch wahrscheinlich überhaupt keine Hemmschwellen mehr.

An den Datenschutzbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen ist aktuell Post von mir zu dieser miesen Newsletter-Masche unterwegs.

© Fotos: Thomas Park, Unsplash (1), sierks.com (1)

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