Wie Peta Deutschland e.V. mich als Journalist auf Kosten für Pressefotos sitzen ließ

Wie Peta Deutschland e.V. mich als Journalist auf Kosten für Pressefotos sitzen ließ

Kennen Sie das, wenn Sie ein Problem klären wollen und derjenige taucht ab? So verhielten sich Vorstand und Pressestelle der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland e.V. mir gegenüber.

Stattdessen drohten die Stuttgarter bei Veröffentlichungen zu meinem Anliegen mit rechtlichen Schritten und wollen verbieten, in Form von Pressemeldungen darüber zu informieren.

– Wie Peta Deutschland e.V. gratis Werbeanzeigen generiert
– Wie die Tierrechtler ohne Fotolizenzen das Pressematerial verteilen
– Wie die Organisation die Berichterstattung dazu verbieten lassen will

Nun, da ich alle namhaften Kolleginnen und Kollegen der relevanten Medien persönlich und über den Presseverband darüber informiert habe, schreibe ich hier einmal runter, worum es genau geht.

Der erste Kontakt zu Peta entstand, als ich noch Herausgeber des Printmagazins „Prestige Cars & Luxury“ war. Damals bekam ich die Anfrage, die Tierrechtsorganisation mit Gratis-Werbeanzeigen zu unterstützen, um etwas Gutes im Sinne der Charity zu unternehmen.

Werbeanzeigen

Solche Charity-Inserate nehmen Verlage mit in Hefte, wenn sie a) ethisch eine Organisation unterstützen oder b) freie Kapazitäten haben, um die Werbeflächen aufzufüllen.

Da ich schon immer ein Riesentierfreund war und bin, selbst Hunde habe und jedes Unrecht an Tieren verurteile, kamen wir überein, zehn Printanzeigen (Wert 75.000,- Euro) sowie Online-Werbebanner in Rotation (Wert 30.000,-) in den damaligen Objekten kostenfrei zu veröffentlichen, um Peta zu unterstützen.

„Prestige Cars & Luxury“ erschien auf Deutsch und Englisch, ich war während dieser Zeit oft in London und dort ergab sich die Möglichkeit zu einem Interview mit Tamara Ecclestone.

Tamara Ecclestone

Damals war so ein Interview eine große Nummer, weil es eigentlich sehr schwer war, als Journalist richtig persönliche Gesprächstermine mit der Tochter von Formel-1-Pate Bernie Ecclestone zu bekommen.

Während des Interviews ergab es sich, dass die britische Berühmtheit darüber sprach, dass sie zuvor als Model für eine Kampagne von Peta vor der Kamera stand.

So kamen wir zum Entschluss, die im Auftrag von Peta entstandenen Fotos in die visuelle Darstellung des Interviews einzubinden. Ich hatte ja parallel gute Erfahrungen mit Peta bei der massiven Umsetzung der Charity-Medialeistung gemacht.

Fotolizenzen

Wir erhielten die Fotos nach Rücksprache mit der Presseabteilung von Peta ohne Kosten und veröffentlichten das Interview. Da einige Zitate auch für andere Medien interessant waren, ging mein Interview (inklusive Fotos) durch verschiedene Zeitungen und andere Magazine.

Später veröffentlichte ich das Interview auch bei anderen Verlagen, wie online im Shots Magazin. Nun folgte der Kracher: Wie sich herausstellte, hatten sich die Tierrechtler nicht ausreichend um die Fotolizenzen der von ihnen versendeten Pressefotos gekümmert.

Das Shots Magazin erhielt eine Abmahnung und zahlte 1.800,- Euro, was sehr unangenehm für mich war, da ich persönlich den Artikel samt Quellenangaben als Content lieferte.

Beispiel eines Charity-Inserats von Peta in meinem damaligen Printmagazin.
Beispiel eines Charity-Inserats von Peta in meinem damaligen Printmagazin.

Und es war ja auch klar, was nun folgte: Ich wandte mich an Peta, erklärte den obigen Ablauf und wies darauf hin, dass die Pressefotos nicht ausreichend lizenziert waren.

Peta Deutschland e.V.

Nach ersten, sich dem Thema annehmenden E-Mails aus der Presseabteilung folgten juristisch verklausulierte Antworten – und dann hörte ich gar nichts mehr. Telefonisch war niemand mehr für mich erreichbar.

Peta ging komplett auf Tauchstation und erhielt vom Verlag eine Rechnung über die nicht korrekten Fotolizenzen in oben genannter Höhe. Ein Jahr später, im Herbst 2020, ging dann die finale Mahnung raus, mit dem Hinweis, dass ich das Anliegen öffentlich teilen werde.

Daraufhin schickte mir die hauseigene Justiziarin ein Schreiben, dass Peta Deutschland e.V. sofort rechtliche Schritte unternehmen würde, wenn ich dieses Thema als Pressemeldung in die Öffentlichkeit bringe.

Googelt man den Verein und Rechtsstreitigkeiten, findet man schnell heraus, dass Peta anscheinend keinem Gerichtsverfahren aus dem Wege geht.

Der Vorstand

In der Presse möchte Peta allerdings äußerst optimal dastehen – und so rühmt sich der Vorstand von Peta Deutschland e.V. gerne in seinem Jahresabschluss mit guten Beziehungen zu den Medien.

Zitat von Harald Ullmann: „Berichte über PETAs Geschichte und unsere Kampagnen in zahlreichen Medien, darunter Stuttgarter Zeitung, Frankfurter Rundschau, Hamburger Morgenpost, dpa, Der Spiegel, Bild, 3sat, RTL, Sat.1 u. v. m., weckten bei Millionen von Menschen Interesse an unseren Beweggründen und Mitgefühl für die Tiere.“

Das heißt: Auf der einen Seite alle Medien dankbar abfeiern und auf der anderen Seite den Verpflichtungen nicht nachkommen – und einen Journalisten mit Veröffentlichungsverboten belegen. Dafür scheint Peta Deutschland e.V. in den Jahren 2020 und 2021 zu stehen. Und nicht für das Eingestehen von Fehlern und deren Behebung.

Fazit

Es geht schon lange nicht mehr um den Geldbetrag für die Fotos, es geht darum, was dazu veröffentlicht wird. Und es ist garantiert nicht so, dass Peta entscheidet, wie ich das als freier Journalist in einem Land mit Presse- und Meinungsfreiheit in welcher Form handhabe.

Das sehen übrigens auch meine Kolleginnen und Kollegen bei den oben genannten Medien und im Presseverband so. Die Art und Weise der Tierrechtler, wie sie mich auf den Kosten für Pressefotos sitzen ließen, wird sicher eine mediale Fortsetzung finden.

Hinweise:
1) Die gesamten Unterlagen aus den Abläufen oben und meine Recherche stelle ich anderen interessierten Medien gerne zur Verfügung.
2) The english version of this article was sent to all relevant contacts and maybe it will be published here, too.

© Fotos: sierks.com, Jan-Christopher Sierks

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