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E-Autos boomen – keiner bemerkt das Schummeln

E-Autos boomen - keiner bemerkt das Schummeln

Die Zulassungsstatistik für E-Autos boomt. Obwohl sie kaum jemand haben möchte. Wie viele E-Autos kaufen nun wirklich Menschen – und nicht die Industrie selbst?

Sie hören das sicher auch immer: Voll der Hype. Mehr E-Auto-Zulassungen, das neue Stromer-Modell führt jetzt die Zulassungsstatistik an und im Grund müsste man auf der Straße nur noch Elektroautos sehen.


Sieht man aber nicht. Wer bisher dachte, die offiziellen Neuzulassungszahlen seien so etwas wie ein komplett ehrlicher Puls der Nachfrage, sollte sich vielleicht kurz hinsetzen.

Der Fake bei den Anmeldungen

Einmal tief durchatmen. Und dann die folgende Frage stellen, die sich erstaunlich wenige laut stellen: Was genau wird da eigentlich gezählt?

Offiziell gilt jedes Fahrzeug als Neuzulassung, das erstmals ein Kennzeichen bekommt. Klingt sauber. Ist es aber nicht – zumindest nicht, wenn man wissen will, ob echte Menschen echtes und vor allem eigenes Geld für ein E-Auto ausgegeben haben.

Was niemand öffentlich macht

Checkt man einmal ab, was alles in den großen Zulassungszahlen steckt, wird die Liste schnell beeindruckend – und zwar aus den falschen Gründen.

Grund Zulassung / Hintergrund
Vorführwagen bei Vertragshändlern In Deutschland gibt es tausende Vertragshändler der Marken – und jeder braucht Vorführfahrzeuge. E-Autos, die keiner bestellt hat, aber trotzdem zugelassen werden, damit sie auf dem Hof stehen und glänzen. Allein das sind zehntausende Fahrzeuge pro Jahr, die in den Statistiken auftauchen, ohne dass ein Privatkunde auch nur einmal überlegt hat, ob er so ein Auto wirklich will.
Hersteller eigene Fahrzeuge Von der Werksflotte über interne Testfahrzeuge bis hin zu Pressewagen – Hersteller sind fleißige Selbstzulasser. Tausende Autos, die das Unternehmen sich sozusagen selbst verkauft. Boosted die Statistik, klingt gut in der Pressekonferenz.
Autovermietungen Hertz, Sixt, Europcar und Co. kaufen in großen Paketen – oft mit satten Herstellerrabatten, die sonst kein Normalkunde bekommt. Das Ergebnis: abermals tausende Zulassungen, hinter denen kein einziger Mensch steht, der aus Überzeugung zum E-Auto gegriffen hat.
Behörden und öffentliche Institutionen Kommunen, Bundesbehörden, Polizei und Feuerwehrverwaltung – auch sie erneuern ihre Fuhrparks. Auch hier: keine freie Kaufentscheidung eines Privatmenschen, sondern Beschaffungsaufträge, Quoten und politische Zielvorgaben. Tausende weitere Fahrzeuge.
Shuttle-Services, VIP-Sponsorings und Prominentenfahrzeuge Vereine bekommen E-Vans als Sponsoringpaket. Popstars fahren auf Herstellerkosten. Shuttleflotten für Messen, Flughäfen und Konzerne werden großzügig ausgestattet. Klingt glamourös – und zählt trotzdem als Neuzulassung, genauso wie das Auto, das die Oma von nebenan nach wochenlanger Überlegung beim Händler bestellt.

Die Zahlen, die niemand nennt

Rechnet man all das heraus – die Vorführwagen, die Flottenfahrzeuge, die Behörden, die Mietwagen und die gesponserten Profi-Stromer – dann bleibt eine Zahl übrig, die tatsächlich etwas aussagt.

Wie viele Privatpersonen und Gewerbetreibende haben aus freiem Willen, mit eigenem Geld und ohne staatliche Anweisung ein E-Automobil gekauft? Keiner weiß es.

E-Autos boomen - keiner bemerkt das Schummeln

E-Autos boomen – keiner bemerkt das Schummeln

Offenbarte Präferenz

Denn diese Zahl wäre die reale Nachfrage. Der echte Markttest. Das, was Ökonomen gerne als „offenbarte Präferenz“ bezeichnen – also das, was Menschen wirklich wollen, wenn niemand ihnen auf die Finger schaut und niemand subventioniert, vorschreibt oder sponsert.

Offensichtlich ist diese Zahl deutlich kleiner als das, was die Branche so gerne präsentiert. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum niemand sie so recht aufdröseln möchte.

Fazit

Transparenz wäre ganz einfach: Man könnte Vorführwagen, Flotten, Mietwagen und Sponsoringfahrzeuge in den amtlichen Statistiken schlicht gesondert ausweisen.

Technisch kein Problem, beim Wunschdenken allerdings offenbar ja. Von einem Boom bei E-Autos in Deutschland zu sprechen, ist somit sehr gewagt.

Aber die Zulassungsstatistiken sehen trotzdem toll aus. Also, Sie sehen die unzähligen E-Fahrzeuge bestimmt noch irgendwo auf der Straße fahren…

Sierks Media / © Fotos: Symbolbilder, erstellt mit Grok von xAI  

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