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Deutsche Autoindustrie verliert massiv Jobs

Deutsche Autoindustrie verliert massiv Jobs

Die deutsche Automobilindustrie steht aktuell und in den nächsten Jahren vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, wie bereits alle aktuellen Insolvenzen zeigen.

Denn laut der brandneuen Roland-Berger-Studie „Germany’s automotive reset: From model of global success to painful consolidation“ dürfte die Zahl der Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern von rund 692.000 im Jahr 2025 auf weniger als 500.000 sinken.


Und auch bei richtigen Weichenstellungen fallen bis 2030 mindestens 200.000 Arbeitsplätze weg.

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Stellenabbau in der Automobilindustrie

Die Studie rechnet damit, dass die Beschäftigtenzahl bis 2030 auf etwa 490.000 zurückgeht.

Betroffen wären rund 90.000 direkte Arbeitsplätze, 95.000 Stellen in indirekten Funktionen und 15.000 Managementpositionen.

Werden die notwendigen Entscheidungen nicht zeitnah umgesetzt, sind laut Roland Berger sogar noch mehr Stellenstreichungen zu erwarten.

Auslastung nur bei rund 60 Prozent

Ein profitabler Betrieb erfordert nach Angaben der Studie eine Werksauslastung von 75 bis 80 Prozent.

Davon sind viele deutsche Standorte weit entfernt, die Auslastung liegt aktuell bei etwa 60 Prozent.

„Wir haben Kapazitäten für mehr als sechs Millionen Fahrzeuge, bauen aber nur gut vier Millionen. Das heißt, wir haben rechnerisch mindestens fünf Produktionswerke zu viel. Deshalb führt kein Weg an Kapazitätsanpassungen vorbei“, sagt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger.

Fahrzeugproduktion in Deutschland

Die Produktion ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Wurden 2015 noch 5,9 Millionen Fahrzeuge in deutschen Werken gefertigt, waren es 2025 nur noch rund 4,2 Millionen.

Die installierte Kapazität liegt weiterhin bei rund 6,4 Millionen Fahrzeugen pro Jahr.

Laut Studie sind die aktuellen Produktionszahlen der neue Status quo, eine Rückkehr zum alten Volumen sei nicht zu erwarten.

Kostennachteil gegenüber China

Neben den Überkapazitäten kämpft der Standort Deutschland mit einem Kostennachteil.

Bei den Fertigungskosten, etwa für Batterie und E-Antrieb, Material oder Fertigungslohn, haben chinesische Hersteller insgesamt einen Vorteil von rund 30 Prozent.

„Zwar haben die deutschen Hersteller technologisch den Anschluss an die Weltspitze geschafft, aber ein Preisunterschied von rund 30 Prozent lässt sich durch Markenstärke allein nicht mehr ausgleichen“, resümiert Mogge.

Deutsche Autoindustrie verliert massiv Jobs

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Hersteller müssen schneller werden

Chinesische Hersteller entwickeln neue Fahrzeuge zum Teil innerhalb von 24 Monaten, deutsche Hersteller benötigen häufig 48 Monate oder länger.

Als realistisches Ziel für die deutsche Industrie nennt die Studie eine Entwicklungszeit von 30 bis 36 Monaten. Investitionen in Zukunftstechnologien bleiben trotz des Kostendrucks essenziell.

Zudem empfiehlt die Studie eine Kooperation von Herstellern und Zulieferern bei der Softwareentwicklung, da sich deren Anteil an den Entwicklungskosten bis 2030 mehr als verdoppeln wird.

Bürokratie endlich abbauen

Roland Berger sieht Unternehmen und Politik gleichermaßen in der Verantwortung, damit nicht mehr als die erwarteten 200.000 Arbeitsplätze verloren gehen.

„Die deutsche Autoindustrie muss ihre Fahrzeuge deutlich schneller entwickeln und produzieren. Auf der anderen Seite muss die Politik die Veränderungen in der Branche aktiv flankieren“, betont Sebastian Gundermann, Partner bei Roland Berger.

Denkbar sind etwa neue Innovationscluster zur Förderung der technologischen Entwicklung.

Studie zum Download

Die Politik sollte geplante Standortumbauten schneller genehmigen und die Zusammenarbeit verschiedener Marktteilnehmer erleichtern.

Zudem empfiehlt die Studie Qualifizierungsprogramme für mehr als 50.000 Beschäftigte in den Bereichen Software, Batterie, Robotik und Künstliche Intelligenz.

Die vollständige Studie „Germany’s automotive reset: From model of global success to painful consolidation“ steht nun bei Roland Berger zum Download bereit.

Sierks Media / The Sierks / © Fotos: BiancoBlue (1), gyn9037 (1), de.depositphotos.com 

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