Es klingt nach der absoluten Formel für ewigen Wohlstand: „Kein Euro, der in die Ukraine fließt, fehlt bei den Sozialausgaben. Kein Euro fehlt.“
Mit diesem mathematischen Geniestreich hat der aktuelle Bundeskanzler diese Woche im Bundestag die Gesetze der Logik elegant und clever ausgehebelt. Was für ein Zauber!
Lesen Sie dazu auch:
👉 The Sierks: Identitätsdiebstahl online – so schützen Sie sich.
👉 PR Agent: Schuldnerberater Max Postulka gibt Tipps gegen Überschuldung.
👉 Shots Magazin: Centurion Card – Mythos der schwarzen American Express Kreditkarte.
Euro an mehreren Orten gleichzeitig
Ein Euro kann also gleichzeitig in Kiew sein und zu Hause die Schule renovieren. Das Prinzip der Quantenphysik – dass ein Teilchen an zwei Orten gleichzeitig sein kann – ist damit endlich in der deutschen Haushaltsplanung angekommen.
Begeistert von dieser neuen ökonomischen Superkraft wurde die Zaubermethode umgehend im Selbstversuch getestet – also ob das Ganze auch im privaten Bereich greift. Die Mission: Dem Girokonto durch maximalen Konsum nichts fehlen lassen.
Es folgte ein epischer Beutezug. Die Kreditkarte glühte im Dauerbetrieb, Online-Warenkörbe wurden im Sekundentakt geleert und das Mantra „Kein Euro fehlt“ begleitete jeden Klick.
Ist das Geld immer noch da?
Wenn der Kanzler recht hat, müsste das Geld ja trotz Shopping-Tour immer noch brav auf dem Konto liegen. Das ernüchternde Ergebnis folgte jedoch nach dem Kassensturz. Die Euros tauchten weder dort, noch an anderen Orten wieder auf.

Finanztrick der Woche: „Kein Euro ist weg“ im Härtetest
Politik hat wohl ein anderes Online-Banking als der Rest der Republik. Während in Berlin die Finanzen magisch im Doppelpack existieren, herrscht auf dem privaten Konto nach dem Härtetest gähnende Leere.
Alle Euros fehlen. Und zwar restlos. Die Bank reagierte auf den Verweis der Regierungserklärung übrigens unerwartet schnell sowie humorlos – und sperrte die Karte.
Geld einfach anders deklarieren
„Kein Euro ist weg“ funktioniert offenbar nur, wenn man das Geld vorher ganz schlau als Sondervermögen deklariert oder die Schuldenbremse im eigenen Keller per Dekret teuer aussetzt.
Für den normalen Wocheneinkauf und spontane Shopping-Exzesse bleibt es leider dabei: Weg ist weg. Der Finanztrick der Woche mit all seinem Zauber ist somit für Privathaushalte eine Mogelpackung.
Im Sinne eines ehemaligen Wirtschaftsministers bleibt, passend zu „Kein Euro ist weg“, nur zu sagen: Es geht keiner insolvent, die hören nur auf zu produzieren…
Sierks Media / The Sierks / © Fotos: SergeyNivens (1), AndreyPopov (1), de.depositphotos.com
➡️ Gefällt Ihnen?
👍 Online folgen:
Facebook |
Instagram |
LinkedIn |
Flipboard |
Pinterest |
Twitter
Unsere Artikel sind kostenlos. Unsere Arbeit nicht 🤍
Ihnen gefällt The Sierks? Mit einer kleinen PayPal-Spende sichern Sie unsere redaktionelle Unabhängigkeit.
Jeder Beitrag hilft uns direkt.
Redaktion unterstützen und The Sierks einen ausgeben...



