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Alte Zeugnisse verloren – Ersatzdokumente anfordern

Alte Zeugnisse verloren - Ersatzdokumente anfordern

Wer nach vielen Jahren im Beruf ein neues, attraktives Job-Angebot erhält, steht oft vor einer unerwarteten Hürde: Der neue Arbeitgeber verlangt lückenlose Nachweise über alle Qualifikationen.

Doch was tun, wenn das IHK-Prüfungszeugnis aus den 1990er Jahren unauffindbar ist, die Fachhochschulreife im Umzugschaos verloren ging oder der Nachweis der Ausbildereignung (AEVO) aus den 2000er Jahren fehlt?


Verlorene Dokumente sind kein Grund, den Traumjob aufzugeben. Deutsche Behörden, Schulen und Kammern unterliegen strengen Aufbewahrungsfristen, so dass sich offizielle Zweitschriften auch nach Jahrzehnten problemlos beantragen lassen.

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Gesetzliche Aufbewahrungsfristen sichern Archivdaten im Bildungswesen

Viele Arbeitnehmer befürchten, dass ihre Prüfungsunterlagen nach so langer Zeit bereits vernichtet wurden.

Diese Sorge ist in den meisten Fällen unbegründet. In Deutschland regeln die Bundesländer und die Satzungen der Kammern sehr genau, wie lange Prüfungsdaten im Archiv aufbewahrt werden müssen.

Bei Berufsausbildungszeugnissen der Industrie- und Handelskammern (IHK) oder Handwerkskammern (HWK) liegen die Fristen in der Regel bei mindestens 30 bis 50 Jahren. Einige Kammern digitalisieren ihre Bestände und sichern die Daten sogar dauerhaft.

Für Schulzeugnisse, wie das Abitur oder die Fachhochschulreife, gelten an öffentlichen Schulen ähnlich lange Aufbewahrungsfristen von meist 30 Jahren ab dem Jahr der Prüfung.

IHK-Abschluss und Ausbilderschein: Der Weg zur Ersatzausfertigung

Wenn Prüfungszeugnisse einer dualen Ausbildung oder berufliche Weiterbildungsnachweise wie die Ausbildereignungsprüfung fehlen, ist immer die örtliche Kammer der richtige Ansprechpartner, vor deren Ausschuss die Prüfung damals abgelegt wurde.

Auf den Webseiten der jeweiligen Industrie- und Handelskammern lässt sich das passende Dokument meist über Suchbegriffe wie „Zweitschrift Prüfungszeugnis“ oder „Ersatzausfertigung“ finden. Viele Kammern bieten mittlerweile standardisierte Online-Formulare oder PDF-Anträge an.

Für eine erfolgreiche Suche im Kammerarchiv werden der vollständige Name (gegebenenfalls der Geburtsname), das Geburtsdatum, die genaue Bezeichnung des Ausbildungsberufs oder der Fortbildung sowie das ungefähre Prüfungsjahr benötigt.

Bei Fachqualifikationen – wie einer spezifischen Ausbildereignung für bestimmte Branchen wie Verlags- oder Medienberufe – hilft es den Archivaren zudem, den damaligen Ausbildungsbetrieb oder die Fachrichtung zu nennen.

Für die Ausstellung einer Zweitschrift erheben die Kammern eine Bearbeitungsgebühr, die sich je nach Region meist zwischen 30 und 60 Euro pro Dokument bewegt.

Alte Zeugnisse verloren - Ersatzdokumente anfordern

Alte Zeugnisse verloren – Ersatzdokumente anfordern

Verlorene Schulzeugnisse bei Schulen und Landesschularchiven beantragen

Für den Nachweis der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife sowie der Fachhochschulreife ist direkt das Sekretariat der damals besuchten Schule zu kontaktieren.

Da ältere Dokumente häufig in physischen Kellern oder externen Archiven lagern, empfiehlt sich ein schriftlicher Antrag per E-Mail unter Angabe des genauen Zeitraums des Schulbesuchs und des Abschlussjahres.

Die Schulen verlangen für die Ausstellung von Zweitschriften je nach Bundesland und Schulordnung eine Verwaltungsgebühr von etwa 15 bis 60 Euro. Zur Identifikation muss in der Regel eine Kopie des Personalausweises vorgelegt werden. Schwieriger wird es, wenn die damalige Schule im Zuge von Bildungsreformen fusioniert oder komplett geschlossen wurde.

In diesem Fall sind die Unterlagen nicht verloren, sondern werden an eine Nachfolgeschule oder an das zuständige staatliche Schulamt beziehungsweise das Landesschularchiv der Region übertragen. Eine kurze Anfrage bei der lokalen Schulbehörde führt hier schnell zum Ziel.

Überbrückung beim neuen Arbeitgeber: So sichern Sie sich ab

Da das Heraussuchen und Erstellen von Ersatzausfertigungen aus den 1990er oder 2000er Jahren je nach Archivierungsaufwand einige Tage bis mehrere Wochen dauern kann, sollten Bewerber im laufenden Einstellungsverfahren proaktiv handeln.

Es empfiehlt sich, die Bestätigungen über die Beantragung oder die Gebührenbescheide der Behörden zu sammeln.

Diese Nachweise können dem neuen Arbeitgeber vorab vorgelegt werden, verbunden mit der schriftlichen Zusage, die offiziellen Zweitschriften unverzüglich nach Erhalt nachzureichen.

Unternehmen reagieren auf diese transparente Kommunikation in der Praxis fast ausnahmslos verständnisvoll.

Sierks Media / The Sierks / © Fotos: racorn, de.depositphotos.com  

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