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Norddeutschland im Schnee-Chaos – einfach mal nichts tun

Norddeutschland im Schnee-Chaos - einfach mal nichts tun
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Na, wer hätte das gedacht: Der Norden hat jetzt richtig Winter abbekommen. Und zwar massiv.

Während die Schneepflüge sich tapfer durch die Massen kämpfen und irgendwo da draußen verzweifelte Autofahrer in ihren Wagen festsitzen, haben die meisten Norddeutschen bereits die weiße Flagge gehisst – und das ist vermutlich die klügste Entscheidung seit langem.


Zuhause bleiben

Die Devise lautet: Zuhause bleiben. Punkt. Aus. Ende. Wer jetzt noch versucht, zum Bäcker zu kommen, hat entweder keine Vorräte gebunkert oder einen ausgeprägten Hang zum Abenteuer.

Oder beides. Aber mal ehrlich: Frische Brötchen sind schön und gut, aber sind sie wirklich den Kampf durch kniehohen Schnee wert? Nein.

Stattdessen gilt die Drei-Woll-Regel: Wolldecke, Wollsocken und Wollpullover – am besten mit Rollkragen, damit auch wirklich jeder Zentimeter Haut vor der eisigen Realität geschützt ist.

Kuschel-Uniform

Wer besonders vorausschauend war, hat sich bereits gestern in seine Kuschel-Uniform geworfen und denkt gar nicht mehr daran, sie in nächster Zeit abzulegen. Warum auch?

Die Heizung läuft auf Hochtouren, draußen ist es arktisch und die Couch hat einen magnetischen Sog entwickelt, dem man sich ohnehin nicht entziehen kann. Der Blick aus dem Fenster ersetzt aktuell das komplette Abendprogramm.

Schnee gucken ist das neue Netflix und Prime. Wie die Flocken fallen. Wie sich die Schneewehen türmen. Wie der Nachbar verzweifelt versucht, seine Einfahrt freizuschaufeln – nur um zehn Minuten später festzustellen, dass alles schon wieder zugeweht ist.

Tee und Rum

Pure Unterhaltung, besser als jede Serie. Dazu eine dampfende Kanne Tee – wahlweise mit einem ordentlichen Schuss Rum verfeinert, je nach Tageszeit und Grad der Verzweiflung.

Morgens um zehn vielleicht noch ohne, aber spätestens ab dem frühen Nachmittag ist alles erlaubt. Ausnahmezustand und so.

Die Speisekammer wird geplündert, als gäbe es kein Morgen. Konservendosen aus 2019? Perfekt! Die sind bestimmt noch gut. Nudeln ohne Soße? Schmeckt plötzlich wie vom Sternekoch!

Norddeutschland im Schnee-Chaos - einfach mal nichts tun

Norddeutschland im Schnee-Chaos – einfach mal nichts tun

Kalorien und Schokolade

Und diese angebrochene Tüte Chips, die seit Wochen im Schrank gammelt? Heute ist ihr großer Tag. Niemand zählt jetzt Kalorien. Niemand macht sich Gedanken über ausgewogene Ernährung.

Es geht ums Überleben. Ums Durchhalten. Und wenn das bedeutet, dass man sich um 15.00 Uhr die dritte heiße Schokolade mit Sahne gönnt – dann ist das eben so.

Selbst die Hunde haben mittlerweile die Notlage begriffen. Ein kurzer, skeptischer Blick nach draußen, dann ein tieftrauriger, vorwurfsvoller Blick zu Herrchen oder Frauchen – und schwupps, ab zurück aufs Sofa.

Hunde blocken

Gassi? Bei dem Wetter? Niemals. Auch Bello hat Standards. Und dieser Luxus beinhaltet definitiv keine Schneeabenteuer bei Minusgraden. Vielleicht morgen. Oder übermorgen. Oder wenn das Zeug endlich weggetaut ist.

Außer man hat einen sibirischen Husky. Oder einen Bernhardiner mit Rettungsfass. Und die eigene Arbeit? Home-Office. Oder besser: Home-Couch-Office.

Das Laptop balanciert irgendwo zwischen Kissen und Wolldecke, die Kamera bleibt aus (aus guten Gründen), und die Videokonferenz läuft stumm im Hintergrund, während man eigentlich schon längst gedanklich beim Mittagsschläfchen ist.

Wer ehrlich ist: So produktiv wie heute war man schon lange nicht mehr. Nämlich gar nicht. Aber das ist völlig in Ordnung.

Gemütliches Chaos

Denn der Schnee hat uns allen eine offizielle Auszeit verordnet. Draußen herrscht das Chaos, drinnen herrscht maximale Gemütlichkeit. Die Welt kann warten. Der Chef kann warten. Die To-Do-Liste kann warten.

Jetzt wird erstmal runtergefahren, tief durchgeatmet und die unfreiwillige Zwangsentschleunigung in vollen Zügen genossen.

Vielleicht ist das genau das, was wir alle mal gebraucht haben: Ein bisschen Schnee-Stillstand, ein bisschen Kuschel-Zwang und ein bisschen Nichtstun-Müssen.

Kekse gewinnen

Die gute Nachricht: Irgendwann wird es wieder tauen. Die schlechte: Bis dahin heißt es ausharren, kuscheln und sich gegenseitig mit selbstgemachten Waffeln versorgen (sofern noch Mehl da ist).

Wer jetzt noch Kekse im Schrank hat, der gewinnt. Und wer Kerzenlicht und eine Thermoskanne besitzt, ist praktisch unbesiegbar.

In diesem Sinne: Bleibt warm, bleibt drinnen und genießt das große Schneechaos von der sicheren Seite des Fensters. Mit Tee. Oder Rum. Oder beidem. Wir sehen uns, wenn alles vorbei ist…

Sierks Media / © Fotos: Norbert Donat (1), Bernd 📷 Dittrich (1), Unsplash 

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